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Interview mit Klaus Deckenbach

Querweltein – Fünf Jahre ohne Rückfahrkarte

Wer oder was trieb Sie dazu an, ein Buch zu schreiben?
Sehr bald nach meiner Rückkehr sagten meine Freunde: "Schreibe doch ein Buch über die Zeit unterwegs!" Diese Aufforderung habe ich immer gleich als Blödsinn abgetan. Die Vorstellung, mich hinzusetzen und das Erlebte aufzuschreiben, war nicht sehr prickelnd. Der Gedanke langweilte mich. Ich wollte nach vorne blicken und was erleben. Und doch hat mich diese Bitte weiter verfolgt. 2010 entdeckte ich plötzlich und unverhofft meine Tagebücher und Briefe von unterwegs. „Welch eine Fülle an Material“, dachte ich beim ersten Sichten. Je mehr ich mich mit meiner Vergangenheit beschäftigte, umso mehr dachte ich, wie durchgeknallt“ das (ich?) war, wie verrückt und prägend diese Reise war.
Auch durch Gäste bei meinen Vorträgen wurde ich ermutigt. Immer wieder gab es Rückmeldungen, aus denen ich geschlossen habe, dass Zuhörer durch meine Reiseerlebnisse und Einsichten herausgefordert und ermutigt wurden. Das wiederum hat mir Mut gemacht, im Buch noch mehr „rauszulassen“.
Was waren Ihre Beweggründe, auf Wanderschaft zu gehen?
Nun, ich habe vermutlich einen der schönsten Handwerksberufe, die es gibt erlernt. Als Tischler (Schreiner) kreativ mit Holz zu arbeiten, ist (oft) eine sehr befriedigende Sache. Auch nach meiner Ausbildung war ich sehr wissbegierig und wollte mehr lernen. Ich wollte auf eine praktische und lebensnahe Art unterschiedliche Arbeitstechniken kennenlernen. Das „reisende Studium der Handwerker“ sollte eine Vorbereitung sein, um später eine gute Meisterprüfung abzulegen, und zugleich gute Voraussetzungen für meine zukünftige Selbstständigkeit schaffen.
Aber vermutlich haben auch einige Sehnsüchte in mir geschlummert: „Raus von zu Haus. Mal was anderes machen!“ Eine Sehnsucht nach Freiheit und Weite. Und auch die Suche nach einem „alternativen Lebensstil“ im Gegensatz zu dem „gut bürgerlichen Alltag“. Mit einer mehrjährigen „Tippelei“ (Wanderschaft) schien beides möglich: Verwurzelt sein im Handwerk und „ausflippen“ dürfen durch die daran geknüpfte Lebensweise.
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